Donnerstag, 23. April 2015

Es ist Winter

Wir sehen in den Straßen von Cuzco (und im Umland) immer wieder Hunde in T-Shirts, Jacken und anderen Kleidungsstücken. Dabei sind weniger solche an der Leine in schickem Outfit, sondern öfter solche, die wir eher als "obdachlos" bezeichnen würden. Auf unsere Frage, warum die Tierso herum laufen, bekommen wir wiederholt - ohne weitere Erklärung, durchaus ernsthaft -  mit einem Achselzucken die Antwort: "Es ist Winter". 

Mittwoch, 22. April 2015

Hogar de las Estrellas




Cesar, der Koch
Als wir mit Flavio im „Kinderheim der Sterne“ ankommen, helfen wir erst einmal, zwei Säcke Kartoffeln mit ins Haus zu schleppen. Eine Spende einer Freiwilligen, die im Hogar mitarbeitet.
Auf solche Spenden ist man hier angewiesen, wo 21 Kinder* und Jugendliche mit Behinderungen (im spanischen „discapacidad“) von 11 Mitarbeitern betreut werden. Einer von diesen Mitarbeitern ist der taubstumme Cesar, 24 Jahre alt, früher selbst Bewohner und jetzt Koch.
* Eine traurige Korrektur: es sind nur noch 20 Kinder. Letzten Samstag ist das jüngste Kind im Alter von 8 Jahren gestorben

Das Geld für die Mitarbeiter – Gehalt kann man es  nicht nennen - wird von einer Privatinitiative in Spanien bezahlt. Der tägliche Bedarf wird durch Spenden gedeckt. Ein Konto hat das Heim nicht – es geht also nur über Bargeld- oder Sachspenden.
Zwei Waschmaschinen laufen den ganzen Tag.
Normale Haushaltsmaschinen.
Getrocknet wird die Wäsche auf dem Dach



Flavio mit Martha, der Direktorin des Hogar

Intermezzo: 2 Damen im Markt



Dienstag, 21. April 2015

Killarumiyuq

Pablo erzählt aus der Geschichte des Ortes
Natürlich wieder ein Quechua-Name. Frei übersetzt: "Wo der Mondstein liegt". 
Mit Pablo, unserem peruanischen Tandem-Partner, besuchen wir dieses wenig bekannte Inka-Heiligtum in der Nähe seiner Heimatstadt Anta, etwa eine Stunde Autofahrt (50 km) von Cuzco entfernt. Es ist Mama Killa gewidmet, der "Mutter Mond", Frau des Sonnengottes Inti. 
Wir haben die Stätte ganz für uns alleine. Unter uns das Tal von Anta, um uns herum - was sonst - das Andenpanorama. Nur das Wetter spielt nicht mit: ein Regenschauer lässt uns im Schatten des heiligen Steines Unterschlupf suchen. 

Der größte der Steine dieser Stätte
Das Abbild der Mondgöttin

Saksaywaman


Die Mauern von Saksaywaman
Allein schon der Name. Unabhängig von der Schreibweise - bei Quechua-Wörtern ist diese Festlegung sowieso schwierig – klingt er geheimnisvoll. Voller Mystik.
Die Übersetzung? "Gesättigter Falke"? „Falke mit gekräuseltem Kopf“?
Das Tor zur Festung.
Oder dem Heiligtum.
Egal. Wer diese imposanten Ruinen der - Festung?  - des Heiligtums? die Gelehrten streiten sich da - mit ihren zyklopischen Mauern über den Dächern Cuzcos besucht, ist beeindruckt. Wir hatten uns fest vorgenommen, es uns noch einmal ausführlich anzuschauen, mit mehr Zeit als vor zwei Jahren. Wir wandern also die wenigen Kilometer aus Cuzco hinauf nach Saksaywaman.
Cholitas ohne Konditionsprobleme
Mit uns, neben sonst eher wenig Besuchern, ist eine Gruppe Einheimischer aus der Gegend von Cuzco dort oben. In ihren Trachten toben sie wie farbige Tupfen durch die Mauern der Inka-Stätte. Wo wir langsam, Schritt für Schritt, die Treppe ersteigen, um nicht ganz außer Atem zu kommen, laufen die Frauen – jeden Alters! - mit ihren bunten Hüten kichernd und johlend um die Wette. Hinauf. Um sich dann gleich mit den dort grasenden Lamas und Alpakas anzulegen. Wir schnaufen erst einmal durch.
Blick auf die Mauern von Saksaywaman mit Cuzco im Hintergrund. Links der Christo Blanco.
Größenvergleich lässt sich das kaum nennen...
Und genießen den Blick über Saksaywaman, hinunter nach Cuzco, weiter über die Andengipfel. Erfreuen uns der weitgehenden Ruhe, der frischen Luft. Bewundern die Präzision, mit der bis zu 300 Tonnen schwere Steinkolosse fugenlos zusammengefügt wurden.

Einfach ein schöner Ort. So schön, dass wir lieber an ein Heiligtum glauben.
Eine natürliche Rutschbahn (rodadero)

Kleine Mißgeschicke



Jan als Nothelfer

Es ging schon vor der Abreise los: eine Flasche fällt aus dem Badezimmerschrank und zerschlägt das Waschbecken. 3 Stunden vor der Abfahrt zum Flughafen. Die Flasche bleibt ganz. Da unser Haus bewohnt sein wird, rein ins Auto, zum Baumarkt, neue Keramik besorgt.
Zum Glück gibt es gute Geister: unser „neuer Hausmeister“ (Eigenbezeichnung Jan) erklärt sich bereit, es später auch zu montieren. Danke, Jan!
In Cuzco setze ich Freitagabend zum Waschen die Brille ab – und halte den Bügel in der Hand. Abgebrochen. Am Samstag also ab in die Calle Ayacucho, wo sich ein Optiker neben dem anderen befindet. Der erste will mir gleich ein neues Brillengestell verkaufen. 260 Soles. Nö.
Wir empfehlen in Notfällen
Credilen's in der Calle Ayacucho No 332, Cuzco

Zum nächsten. Wieder treffen wir einen guten Geist. Die Senora holt aus dem Hinterzimmer eine Schuhschachtel, voll mit zerbrochenen Brillen, einzelnen Bügeln … leider nichts Passendes dabei. Sie greift zum Telefon, ruft einen Kollegen an. 5 Minuten später ist der da, mit zwei Bügeln, die er für 50 Soles bis Montag montieren wird. Sein Geschäft ist keine 50 Meter entfernt um die Ecke.

Muchas Gracias, Senora!




Wir haben im Übrigen nicht vor, daraus eine Serie zu machen!

Montag, 20. April 2015

Essen in Peru (1): Pollo


„Das sieht aus wie Hühnerfüsse ohne Füße“, stelle ich fest und mache mich daran, eines der Teile zum Abnagen heraus zu fischen.
„Das sind Hühnerfüsse!“
„Stimmt!“
Der Fuß landet wieder in der Tasse.