Donnerstag, 3. September 2026

Bogota

Irgendwann geht es dann natürlich los. Und irgendwann sind wir auch da. 

Kurz vorm Touchdown

Und werden sooo herzlich empfangen. Bereits am Flughafen ist für "fremdeln" kein Platz. Genara und später auch ihr Sohn Alejandro gehen mit uns um, als würden wir uns schon ewig kennen. 

Wer strahlt mehr?

Genara am Taxistand


Mittwoch, 2. September 2026

Jetzt geht's los!

Denkste. Der Flieger wird nicht fertig. Warum auch immer. Das Boarding verzögert sich. Um mindestens eine halbe Stunde. Aktuelle Abflugzeit: Voraussichtlich 16:00 Uhr. 

Nestor an der Querflöte, Horst am Piano

Der bisher gelungene Abschied zieht sich jetzt doch. Erst haben wir uns noch ein paar Streicheleinheiten und gute Wünsche bei den Mädels vom Sozialdienst abgeholt. Anschließend das Mittagskonzert in der Flughafenkapelle besucht. Horst Bittlinger, er hat Familie in Kolumbien, und Nestor Benitez, ein gebürtiger Peruaner, spielten uns nicht nur "Me llamo Cumbia" als Einstimmung auf Bogota, sondern gaben uns noch letzte Tipps. Und viele gute Wünsche für die Reise, auf's Neue. 

Und dann parkte noch der Eintracht-Flieger hinter unserer Maschine! Die nicht fertig wird.   



 

Dienstag, 1. September 2026

Der Countdown läuft ...


Der Check-in ist abgeschlossen, die Bordkarten auf dem Smartphone. Sozusagen als beinahe letzter Akt der Vorbereitungen, nach all den Planungen, Abstimmungen, Buchungen. Nur das Packen steht noch an, die Sachen sind zusammengtragen, müssen nur noch verstaut werden. Und gewogen. Vielleicht muss ja wieder was raus. Zuhause, nicht erst am Flughafen. In ca. 24 Stunden werden wir uns dorthin auf den Weg machen. Vielleicht noch mal bei den "Kollegen" vom Sozialdienst, von der Seelsorge vorbei schauen.
Ganz hübsch - aber so wird 
unsere Maschine nicht aussehen

 Die Bedenken, das Magengrummeln, sind nicht gänzlich weg - zu guter Letzt gab es noch ein Erdbeben in Peru, das auch in Cusco spürbar war - , aber langsam überwiegt doch die Vorfreude, die Spannung, was uns diesmal erwartet. Der häufigste Satz, den wir über die anstehende Reise zu hören bekommen, ist ein beruhigendes: "Es wird bestimmt ganz toll werden".
Vamos a ver.



Dienstag, 11. August 2026

Otra vez - la ultima vez?


Über 7 Jahre ist er mittlerweile her, unser letzter Besuch in Peru. Erst die Pandemie, dann eine pflegebedürftige Katze ... jetzt wollen wir es nochmals angehen. Ein weiteres Mal - ein letztes Mal? 

Die Vorbereitungen laufen, die Flüge sind gebucht - zumindest für die Anreise auf den Kontinent. Anfang September geht es los. Die ersten Tage werden wir in Bogota verbringen, eine Freundin (hola, Lucy!) hat uns bei ihrer Schwester "eingebucht". Einen Zeitplan mit unseren Wünschen für Peru haben wir an eine lokale Agentur geschickt. Nach der obligatorischen Woche in Cusco wollen wir nach Nazca, Paracas, Lima. Jetzt warten wir auf die Rückmeldung. 

Auch wenn es unser fünfter Besuch dort ist - es geht uns ähnlich wie beim ersten Mal: wir haben einen Heiden-Respekt vor den lokalen Gegebenheiten. Die sich durch die Pandemie noch verschlechtert haben. Jünger sind wir auch nicht geworden. Dann noch die politische Entwicklung. Und jetzt auch noch ein Erdbeben in Kolumbien.

Wie 's wohl wird? Finden wir etwas von dem wieder, was uns an diesem Land, den Menschen dort, berührt, begeistert hat? Wir werden berichten. 

Samstag, 1. Mai 2021

Cristian ha muerto

Heute vor 2 Jahren, am 1. Mai 2019, starteten wir zu unserer letzten Reise nach  Peru. Mit den Reisetaschen rollerten wir zum Bus, fuhren zum Flughafen, flogen erst nach Madrid, weiter nach Lima, dann nach Cusco.

In Cusco angekommen, holte uns Eliana vom dortigen Flughafen ab, wir fuhren  zu ihr nach Hause, wo uns ihre Perle Sofía und ihr Sohn Cristian herzlich begrüßten ... es war unser zweiter Besuch, wir gehörten fast schon zur Familie.

Heute, am 1. Mai 2021, schrieb uns Eliana: Cristian ist an Covid-19 gestorben. Schon am 4. März. 

Wir hatten in dieser Zeit oft daran gedacht, darüber gesprochen: "eigentlich" wäre jetzt die Zeit, in der wir wieder in Peru wären. Alle 2 Jahre im Frühjahr. Natürlich wieder, trotz aller anderweitigen Überlegungen, auch wieder in Cusco. Schon der Menschen, der Freunde wegen. Und wieder in einer Gastfamilie. Am liebsten bei Eliana, die uns schon die letzten beiden Male beherbergte. Bei ihr und ihrer Perle Sofía und ihrem Sohn Cristian. Der uns abends immer das Essen warm machte, wenn Sofía schon zu Hause und Eliana noch oder wieder unterwegs war.

Estamos tristes.
Adiós, Cristian.
No te olvidaremos.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Glänzende Arbeit


Kurz vor unserer Perú-Reise 2017 meinte Edgar, dass er seine schwarzen Sneaker zwar noch mitnehmen würde, sie aber wohl dann dort im Mülleimer versenkt. Zu alt, zu runter geschraddelt. Als uns in Lima einer der vielen Schuhputzer ansprach, überredete ich Edgar, sich die alten Dinger noch mal aufpolieren zu lassen. Ergebnis: sie sahen aus wie neu. Der Zustand hielt Monate an. Und: die gleichen Schuhe waren auch in diesem Jahr wieder dabei. Noch älter. Noch unansehnlicher. Die Sohlen sind auch bald hin…
Die Zeitung gehört zum Service dazu
Mit „… sie verdienen ihren Lebensunterhalt damit“, killte sie damals alle meine Vorbehalte. Ich ließ mich also breitschlagen, die Dienste eines professionellen Schuhputzers in Lima im Parque Kennedy in Anspruch zu nehmen. Eigentlich waren die Schuhe Kandidaten für den Mülleimer. Der Mann machte seine Arbeit allerdings so gut, dass sie wirklich wie neu aussahen – und ich sie immer noch trage. Neue Schuhe – wozu?
Das Ergebnis üerzeugt
Am letzten Abend in Lima, wieder im Parque Kennedy: ein Schuhputzer deutet sorgenvoll auf die staubigen Schuhe. Edgar hat Bedenken: die sollen (jetzt endlich) doch entsorgt werden. Ich wende etwas pietätlos ein, dass einer, der gestorben ist, ja auch vom Bestatter schön hergerichtet wird – kichernd und albernd nimmt Edgar doch Platz und der Schuhputzer beginnt sein Handwerk. Er fädelt die Schnürsenkel heraus, bearbeitet die Schuhe mit allerlei Tinkturen, reibt und poliert und putzt sogar die Schnürsenkel, und am Ende glänzen die alten Dinger schöner als neue!
Und weil der Kollege nebendran so freundlich akquiriert, lasse ich meine staubigen Wildleder-Turnschuhe auch noch richten: so schön waren sie nicht mal, als ich sie gekauft habe! 


Montag, 20. Mai 2019

Gegensätze


Man kann sich wohl kaum einen härteren Kontrast vorstellen, als nach Miraflores zu kommen wenn man vorher im „anderen“ Peru unterwegs war. Dazu benötigt man nicht einmal die Hütte von Lorenza und Gabriel als Maßstab. Auch hier in Lima gibt es mit Sicherheit Elend genug, vielleicht Schlimmeres als das Leben dieser Familie nahe bei Cusco.
Während wir auf dem Weg zum Hotel (in Miraflores) am Pazifik entlangfahren, vorbei an vielen Parks, joggen Männer und Frauen auf dem Bürgersteig, schweben Gleitschirmdrachen über uns, skaten Jugendliche in einer Halfpipe. Aktivitäten des Müßiggangs. Riesige SUVs quälen sich in Parklücken, zahllose städtische Bedienstete säubern die Parkanlagen, halten den Rasen kurz, schneiden die Hecken.
Diese Diskussion scheint hier entschieden:
überall findet man Leih-Elektroroller
Es gibt keinen Ort in Peru, wo Arm und Reich so nahe beieinander sind und so weit auseinanderklaffen.  Und, wie uns Frank erzählte, gibt es keine Stadt in Peru, wo es überhaupt so (super-)reiche Menschen gibt wie hier in Lima und wo sich die Reichen so stark abgrenzen – überall sonst gibt es Kontakte, Freundschaften über die „Klassengrenzen“ hinweg, wird zusammen gefeiert, gelebt, ungeachtet von Herkunft und Einkommen. Nur eben in Lima nicht. Heißt es.
Als wir zum Mittagessen in unser „Stammlokal“ in der kleinen La Porta gehen (unser Tipp: Nr. 185A! Falls es da mal kein Ceviche gibt: 179, genau daneben, ist genau so gut!), einem kleinen, unscheinbaren Lokal, wo die in den umliegenden Büros arbeitenden Peruaner zu Mittag essen, fühlen wir uns schon mehr zu Hause".