Das Treffen finder im "Cafe Berlin" statt, dem Kommunikationszentrum von Acupari.
Ich habe den Raum in schlechter Erinnerung: hier musste ich mit einer Stewardess aus Deutschland Salsa tanzen (oder es zumindest versuchen). Der Tanzlehrer meinte, Gabriele passe nicht zu mir. Größenmäßig. Ich finde, Salsa passt nicht zu mir.
Das Treffen ist für 18:00 Uhr angesetzt, "hora peruana", wie Flavio meint. Bis 18:30 trudeln Eltern erkrankter Kinder und PACAI-Mitarbeiter ein. Nach der Eröffnungsrede - wir werden als langjährige Freunde und Unterstützer von PACAI vorgestellt und mit Applaus begrüßt - ergreift Beatríz, genannt Betti, das Wort. Sie ist Leiterin eines Collegios und bei PACAI zuständig für alle Themen rund um die Bildung der Kinder und deren Wiedereingliederung in den regulären Schulbetrieb. "Für ein Taschengeld", wie alle festen Mitarbeiter.
| Gabriele beim Kennenlernen |
| Flavio eröffnet den Abend |
| Kennenlernen |
Betti leitet ein Kennenlernspiel an, eine Art Reise nach Jerusalem: alle bewegen sich im Raum, wenn die Musik stoppt, muss man sich mit seinem aktuellen Gegenüber zu einer bestimmten Frage austauschen. Dabei geht es immer um das Wohl der Kinder und ihre Bildung
Auweia.Unsere Kinder sind aus dem Alter lange raus. Theoretisch zumindest. Meine jeweiligen Gesprächspartnerinnen - es gibt drei Stopps - reichen mir gerade so bis etwa Hüfthöhe und scheinen eher fluchtbereit. Und es funktioniert.
Wir kennen Flavio, "el Ingeniero", wie Betti ihn nennt, nun schon seit unserem ersten Besuch hier. Er hat uns auf unvergessliche Ausflüge mitgenommen - z.B. ins Frauengefängnis! - , durch ihn haben wir Ecken in und um Cusco kennengelernt, die wir als Normaltouristen niemals gesehen hätten. Und ich habe ihn in all den Jahren wiederholt im Umgang mit krebskranken Kindern und ihren Familien erlebt: immer zugewandt, interessiert, humorvoll, Hoffnung spendend. An diesem Abend durchfährt es mich: Flavio, Du bist ein moderner Heiliger.
Bei dieser Veranstaltung erfahren wir persönlich und hautnah, wofür unsere Spenden verwendet werden, wie mit dem Geld gearbeitet wird. Nach etwa einer Stunde - Betti hat darüber referiert, wie wichtig Bildung und Teilhabe für die erkrankten Kinder sind, zwei Mütter ihre Erfahrungen geteilt -verabschieden wir uns, mit etwas schlechtem Gewissen. Wir haben noch nicht gegessen.



















