Dienstag, 15. September 2026

Nazca

Nazca hat "die Linien". Deswegen sind wir hier. In der Stadt selbst entdecken wir auf Anhieb nichts, was uns vom Hocker reisst. Zumindest in der Nähe unseres Hotels und der Plaza de Armas. Allerdings scheuen wir auch den Fußmarsch zum Stadtteil "Nueva Villa" mit dem Distrikt namens Vista de Alegre, was man mit "Fröhlicher Anblick" übersetzen kann. Dort gibt es auch noch einen Plaza Mayor Touristica de Vista Alegre. Der Name ist vielversprechend, aber 30 Minuten Marsch bei 30 Grad durch sehr staubige Straßen ... Wir werden morgen genug unterwegs sein. Dafür, wofür wir gekommen sind.

Es ist Kommunalwahlkampf in Peru. 
Das haben wir bereits in Cusco mitbekommen. Wahlkampf hier ist laut und bunt. 


Montag, 14. September 2026

Weiter geht's

Cusco verabschiedet uns, wie es uns begrüßt hat: mit einer Parade. Als unser Taxi uns am Terminal der Linie Cruz del Sur absetzt, findet an den Busbahnhöfen rund um den Pachacutec gerade eine Parade zu Ehren des Señor de Huanca statt, der für Fahrzeuge aller Art zuständig ist. Er hat ein Heiligtum nahe Cusco, in dem jeder Besitzer eines neuen (auch gebrauchten) Autos dieses geschmückt vorführt und segnen lässt. Flavio hatte uns bei einer unserer früheren Reisen dorthin mitgenommen. 

Die Parade für den Señor de Huanca

Seit Tagen schon sehen wir zu Ehren des 
Señor de Huanca geschmückte Autos in Cusco herum fahren.

Laut Ansage verzögert sich die Abfahrt wegen der Festlichkeit. Pünktlich um 17 Uhr rangiert der Bus aus der engen Hofeinfahrt auf die volle Straße. Auf der Fahrt aus Cusco heraus passieren wir die nächste Parade.

Um 7:45 Uhr am Dienstagmorgen fährt der Bus auf den Hof des Terminals in Nazca.

Im Hof des Bus Terminals in Cusco
 

Mit der Familie nach Peru

In Acupari haben wir die Familie Jatzke kennengelernt: Vater Philipp, Mutter Theresa, zwei Jungen, Jonathan und Friedrich, und zwei Mädchen, Katharina und Lisbeth. Alle lernen mehrere Monate lang hier Spanisch, um dann für drei Jahre in Peru zu leben und zu arbeiten. Vater Philipp ist Arzt und wird als solcher in einem Hospital in Curahuasi arbeiten (wer will, kann hier mehr erfahren: Jatzkes in Peru)

Wir treffen uns regelmäßig in den Unterrichtspausen, unterhalten uns, bzw. versuchen, die neugierigen Fragen der Kinder zu beantworten 😄

Am Montag, als wir uns verabschieden wollen, fehlen zwei: Philipp und Friedrich haben sich wohl irgendwas eingefangen. Schade. Gute Besserung!

Familie Jatzke, derzeit noch in Cusco

Cusco: Adios! oder Hasta la proxima!?

Heute geht's weiter nach Nazca. Wir verabschieden uns von Cusco. Bei unseren letzten Besuchen war es immer unser Wunsch, wieder zu kommen. Und diesmal?

Wir haben nichts, aber auch gar nichts besichtigt. Waren nicht mal in Saksaywaman! Sind in den Straßen rum gestromert, haben ab und zu mal in Märkte hinein geschnuppert. Und haben uns mit ganz viel Menschen getroffen. Hatten tolle Gespräche mit bis dahin Unbekannten, herzliche Treffen mit Bekannten, mit Freunden. Haben uns wohl gefühlt. Toll war's. Lassen wir es mal dabei. Alles andere wird sich zeigen.

Die Kathedrale von Cusco

Eine letzte Parade, auch der örtliche DLRG nimmt teil 

Compañía de Jesus

Piedra de los doce ángulos, der wohl am meisten fotografierte Stein in Cusco in der Calle Hatun Rumiyoq. Vor lauter Touristen ist er meist nicht zu sehen. Glück gehabt!



Qorikancha



Die Compañía am Abend

Montag morgen, die Koffer sind gepackt und bis zur Abfahrt sicher verstaut, schauen wir noch mal in der Schule vorbei um uns zum wiederholten Male zu verabschieden. Zum Beispiel von Familie Jatzke (von ihr wird noch die Rede sein), von unseren Lehrerinnen, von Flavio, von Margarita, dem guten Geist der Schule.

Wir schlendern zum x-ten Mal durch die Stadt, die sich im strahlenden Sonnenschein mit fantastischen Wolkenformationen von ihrer schönsten Seite präsentiert.


Die letzte Pause im Patio des Hotels, natürlich dürfen wir hier sitzen, "betrachtet es als euer Haus", wird unsere Frage beantwortet.  

Pollo a la brassa

 

Es gilt als obligatorisch, in Cusco zumindest einmal ein Grillhähnchen zu essen. Die Hähnchen dort, wie überhaupt in Peru, sind gigantisch. Wer so vermessen ist, für sich alleine ein halbes zu bestellen, wird seine Mühe haben. Oder sich freuen, je nach Vielfraß-Faktor. Wir sind mit einem Viertel mehr als gut bedient. 

In einer Polleria am Plaza San Fernando nahe unseres Hotels lassen wir es uns schmecken. Das Hähnchen ist außen knusprig und innen saftig, wie es sein soll.

Wir sind die einzigen Nicht-Peruaner in dem Lokal. Auf den beiden Fernsehern an den Stirnseiten läuft ein Spiel eines der lokalen Vertreter in der 1. Liga, Garcilaso Cusco, gegen Sport Boys Callao. Nach und nach füllt sich der Raum. Später kommt noch ein Bettler, der sich die Reste von den Gästen aushändigen lässt. Keiner stört sich daran.  

Sonntag, 13. September 2026

Karina

Karina ist für uns eine ganz besondere Person: sie war unsere erste Spanisch-Lehrerin hier in Cusco. Später arbeitete die studierte Psychologin bei PACAI und betreute krebskranke Kinder und ihre Familien. Trotzdem unterrichtete sie uns weiterhin - es muss ihr wohl etwas an uns liegen, meinen wir. Ganz ohne Eitelkeit. 

Heute ist sie beim Frauenministerium angestellt und führt Kurse zur Gewaltprävention durch - mit Männern, die bereits gewalttätig geworden sind. Und für die die Alternative wohl der Knast wäre. Wenn man sie so sieht, klein und zierlich - ihre Kraft steckt nicht in den Muskeln.

Als sie von unserem Aufenthalt in Cusco erfuhr (wir hatten Flavio gebeten, mit ihr Kontakt aufzunehmen), meldete sie sich sofort bei uns um ein Treffen zu vereinbaren. 

Wir haben sie sieben Jahre nicht gesehen, und es ist sofort unglaublich herzlich und vertraut. Natürlich gibt es viel zu erzählen. Und weil der Abend so kurz ist, haben wir uns mit am Sonntag Vormittag gleich noch mal mit ihr getroffen. 



Abschied an der Bushaltestelle 


Samstag, 12. September 2026

Manos limpias

Saubere Hände. So einfach kann es sein: saubere Hände retten Leben. Vor allem von Kindern. 

Wir sitzen im Patio und lesen Nachrichten (die Eintracht führt in Mainz 2:0), als uns der Rezeptionist des Hotels ein paar Fotobücher auf den Tisch legt. Ob uns das interessiert. Sie zeigen Kinder in Peru, die  unter anderem zu Weihnachten beschenkt werden. Etwas später erklärt uns auf Nachfrage ein anderer Mitarbeiter des Hotels, was sich dahinter versteckt. Jeden Tag (!) würden weltweit tausende von Kindern an Diarrhöe sterben. Deswegen unterstützt das Hotel Marqueses in Cusco, unser derzeitiges Domizil, zusammen mit weiteren Reiseagenturen mit einem Teil seiner Gewinne ein Programm zur Hygieneerziehung: Manos limpias. "Wer hier als Gast wohnt, finanziert das Programm mit", erklärt er uns.  

Das ist aber nicht die einzige gute Tat: samstags bekommen bedürftige Kinder hier im Hotel ein kostenloses Frühstück und zusätzlich noch Hilfe beim Lernen für die Schule. 

Wer immer also plant, mal nach Cusco zu kommen und eine Unterkunft sucht: wir empfehlen das Hotel Marqueses  in der Calle Garcilaso No. 256, nicht nur wegen der Lage und dem traumhaften Ambiente!