Montag, 7. September 2026

Bienvenido en Cusco

 Cusco begrüßt uns wie immer: mit einer Parade.

Zunächst besuchen wir Acupari, unsere Schule, um unseren "Lehrplan" für die nächsten Tage zu besprechen. Anschließend gehen wir ein Stück mit Flavio, der wie so oft immer wieder telefoniert und sich dann eilig verabschieden muss. Um uns herum das bekannte Gehupe. Am Qorikancha formiert sich dann gerade eine - wir würden sagen - Trachtengruppe, um über die Avenida del Sol zur Plaza de Armas zu ziehen. Das Hupen wird nicht weniger dadurch. Wir haben den gleichen Weg. 

Kurz vor der Plaza stoßen wir auf weitere Gruppen, die vom Plaza St. Francisco her kommen. Bunt, laut, fröhlich - was wünscht man sich mehr zur Begrüßung? Und das an einem Montag!


Ein junger Peruaner aus dem Publikum erklärt uns, es wäre zu Ehren der Jungfrau Maria. Was die vorangetragenen Standarten belegen. Nichtsdestotrotz - schließlich ist es unser erster Tag hier nach vielen Jahren. 


Mit denen mal zum Weckumzug!

Tschüss!

Ein Wort, das für Südamerikaner (und andere Menschen) schwer auszusprechen ist. Am Anfang der Zischlaut, ein unaussprechliches Ü in der Mitte, noch ein scharfes S - nicht zu bewältigen. Aber der Reihe nach ...

Genara möchte von uns ein paar Wörter Deutsch lernen (wie übrigens etliche der Menschen, mit denen wir in Kolumbien und Peru ins Gespräch kommen). Guten Tag, Guten Abend, ... und so weiter. Dann kommt es: "Tschüss!" Auweia. Der eine (Alejandro, ihr Sohn) bringt es sofort fast perfekt heraus. Genara braucht mehrere Versuche (hat Lucy es schon mal geschafft?). 

Alejandro und Genara

Aber das Wort fasziniert. Jeder, dem wir begegnen, bekommt von Genara "Tschüss!" zu hören. Und fragt natürlich, was das heißt. Um es dann selbst zu probieren. Mit den entsprechenden (siehe oben) Resultaten. 

So begegnen wir zwei ehemaligen Arbeitskollegen Genaras bei einem Spaziergang. Dazu gesellt sich noch ein Motorradpolizist, der die beiden kennt. Eine angeregte Unterhaltung entsteht - man hat sich jahrelang nicht gesehen, uns kennt man sowieso nicht, Stichwort Exoten (Deutsche, die halbwegs verständlich Spanisch sprechen) - und zum Ende dann ein "Tschüss". Die erwähnte Rückfrage endet mit einer allgemeinen Sprechprobe, einer der Exkollegen imitiert einen Nieser, prompt erfolgt unser "Salud". Allgemeines Gelächter.

Innerhalb Genaras Familie, bei einem Kurzbesuch ihres Bruders Hector, das gleiche Spiel. Am Ende verabschieden sich alle mit "Tschüss!" Mal schauen, wie weit sich der Gruß in Kolumbien verbreitet.

Links Genaras Bruder Hector, rechts seine Frau Gloria 
und deren Nichte Isabella. Der Rest sollte bekannt sein.

Tschüss hieß es dann auch am Flughafen Bogota. 
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Exoten

Ganz klar: die Exoten sind wir. Es ist immer wieder amüsant, wie wir von den Menschen hier bestaunt werden. Im Bus, im Laden, auf den Straßen, selbst am Flughafen. Ich formuliere irgendwann: "Sie gucken, als kämen wir von einem anderen Stern."

Die bisher witzigste Situation: beim Sicherheitscheck in Bogotá stehen vier ziemlich junge Security-Frauen am Band.

Ich gehe durch den Scanner, es piept. Vor mir steht eine junge  Frau von der Security mit dem Handscanner und starrt mich an. Empört, oder streng, finde ich. Ich taste schuldbewusst alle Taschen noch einmal ab, nehme automatisch die Arme zur Seite. Sie winkt mich nur nach links. Ich schaue irritiert zu ihrer Kollegin am Band mit dem Handgepäck. Sie starrt mich ebenfalls an, als würde sie mich nachäffen. Ebenso wie ihre Kollegin und die vierte im Bunde am Monitor. Ich kapiere nicht, was los ist. Frage sie, "Nichts, alles in Ordnung". Ich kann meine Sachen vom Band nehmen

Sie erstarren förmlich, als sie Edgar sehen. Im Weggehen hören wir, wie sie versuchen, sich leise über "el hombre alto de pelo blanco" (den großen Mann mit seinen weißen Haaren) zu unterhalten. Als ihnen bewusst wird, dass wir sie verstehen, kichern sie verlegen und aufgeregt. Sie schauen uns lange nach, und im Weggehen hören wir sie immer noch schnattern über den großen Mann und seine weißen Haare.

So ist das, wenn Exoten unterwegs sind. 

In Frankfurt am Flughafen hat uns der Einracht-Flieger verabschiedet, 
in Bogota die Maschine der  kolumbianische Nationalmannschaft

 

Unterwegs in und um Bogota

Eine Haltestelle in der Hauptverkehrszeit

Wer ein Land kennen lernen will, sollte die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen (nein, das wird jetzt keine Abrechnung mit der Deutschen Bahn). Jedes Land hat seine eigenen Lösungen, nirgendwo sonst kommen wir dem "Puls" einer Stadt, eines Landes so spürbar nahe. 

In Bogota kommt man auch, dank überwiegend eigener Busspuren, einigermaßen zügig vorwärts, sogar in der hora pica, der Rush hour. Genauer gesagt: gerade dann. Auf teilweise aufwendigen Brückenkonstruktionen erreichen die Fußgänger die Mitte der Ausfallstraßen, wo sich die Haltestellen befinden an denen die teilweise sehr langen Gelenkbusse der Metrolinea für die längeren Strecken halten. Kleinere Busse übernehmen dann die "Verteilung" in die einzelnen Stadtteile. Wir warten nie länger als 8 Minuten auf den Bus.

"Unsere" Haltestelle an der Calle 146
Mit Danae und Genara auf dem Weg ins Zentrum

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Sonntag, 6. September 2026

La Catedral del sal

Das war ein erster Höhepunkte unserer Reise! Was immer wir uns darunter vorgestellt hatten: es kam erstens anders und zweitens viel besser.

Regionale und internationale Künstler und Handwerker haben hier in Zipaquirá, nahe Bogota, in  einem ehemaligen Steinsalzbergwerk eine beeindruckende Welt unter Tage gestaltet, die wir nur teilweise erkunden konnten. Ein Kreuzweg (Camino al Gólgota de Jesucristo con su Cruz), moderne Kunstwerke, ganze Kirchenräume können hier besichtigt und genutzt werden. Natürlich gibt es auch zahlreiche Läden und Restaurants. Der ganze Park, der auch seine Kritiker hat, zieht tausende Besucher und Pilger an.

"Und sie nennen es eine Höhle", drängt sich mir auf - obwohl Khazad-dûm  doch noch mal in einer anderen Liga spielt.

Die Weite und Tiefe hier unter der Erde kommt auf den Fotos nur unzureichend zur Geltung, die Illumination entschädigt hoffentlich etwas dafür.  





 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf unserem Weg "in die Unterwelt" werden wir mit Fleischproben aus den die Straßen säumenden Asaderos regelrecht angefüttert. Auf dem Rückweg essen wir dann in dem Grilllokal, das unseres Erachtens die schmackhafteste Probe lieferte. 

Die nächsten Bilder könnten vegan oder vegetarisch sich ernährende Menschen verschrecken.

Das Asado 

Unsere zierliche Fleischportion für 4 Personen

 

Bogota zum zweiten


Donnerstag, 3. September 2026

Bogota

Irgendwann geht es dann natürlich los. Und irgendwann sind wir auch da. 

Kurz vorm Touchdown

Und werden sooo herzlich empfangen. Bereits am Flughafen ist für "fremdeln" kein Platz. Genara und später auch ihr Sohn Alejandro gehen mit uns um, als würden wir uns schon ewig kennen. 

Wer strahlt mehr?

Genara am Taxistand