Montag, 7. September 2026

Exoten

Ganz klar: die Exoten sind wir. Es ist immer wieder amüsant, wie wir von den Menschen hier bestaunt werden. Im Bus, im Laden, auf den Straßen, selbst am Flughafen. Ich formuliere irgendwann: "Sie gucken, als kämen wir von einem anderen Stern."

Die bisher witzigste Situation: beim Sicherheitscheck in Bogotá stehen vier ziemlich junge Security-Frauen am Band.

Ich gehe durch den Scanner, es piept. Vor mir steht eine junge  Frau von der Security mit dem Handscanner und starrt mich an. Empört, oder streng, finde ich. Ich taste schuldbewusst alle Taschen noch einmal ab, nehme automatisch die Arme zur Seite. Sie winkt mich nur nach links. Ich schaue irritiert zu ihrer Kollegin am Band mit dem Handgepäck. Sie starrt mich ebenfalls an, als würde sie mich nachäffen. Ebenso wie ihre Kollegin und die vierte im Bunde am Monitor. Ich kapiere nicht, was los ist. Frage sie, "Nichts, alles in Ordnung". Ich kann meine Sachen vom Band nehmen

Sie erstarren förmlich, als sie Edgar sehen. Im Weggehen hören wir, wie sie versuchen, sich leise über "el hombre alto de pelo blanco" (den großen Mann mit seinen weißen Haaren) zu unterhalten. Als ihnen bewusst wird, dass wir sie verstehen, kichern sie verlegen und aufgeregt. Sie schauen uns lange nach, und im Weggehen hören wir sie immer noch schnattern über den großen Mann und seine weißen Haare.

So ist das, wenn Exoten unterwegs sind. 

In Frankfurt am Flughafen hat uns der Einracht-Flieger verabschiedet, 
in Bogota die Maschine der  kolumbianische Nationalmannschaft

 

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