Donnerstag, 4. Mai 2017

Intermezzo: El Presidente in Cuzco

Wir sind abends mit Janna in Cuzco unterwegs - wir zur  Apotheke und zum Geldautomaten, sie auf dem Weg ins Schokoladenmuseum. In der Nähe vom Qorikancha, vor dem Luxushotel Palacio del Inca stehen neben vielen Polizisten und offiziell wirkenden Männern mit umhängenden Ausweisen auch schwerbewaffnete Soldaten. Mit ehrfürchtigem Abstand wollen wir weiter Richtung Plaza de Armas durch das kleine Gässchen Romeritos  - was uns ein Polizist der Guardia Halcon freundlich und höflich, aber bestimmt verwehrt.
Auf anderen Wegen kommen wir trotzdem dorthin. Vor der Kirche De La Compania De Jesus stoßen wir wieder auf eine Absperrung - Polizisten mit Schilden trennen eine Menschenmenge vom Eingang der Kirche. Darunter Musikanten in traditioneller Kleidung, unter anderem eine ganze Gruppe von Pututu-Bläsern. Als diese ihre Instrumente blasen, geht uns der Klang durch und durch!
Eine Gruppe von Fotojournalisten eilt in die Kirche, einzelne werden noch durchsucht. Kurz daruf fährt ein großer weißer Pickup vor, Offizielle und Polizisten geraten in Wallung, das Volk fängt an zu jubeln und schwenkt Peru-Fähnchen, wieder werden die Pututus geblasen. Ein großer grauhaariger Mann steigt aus und wird in die Kirche geleitet.
Später erfahren wir von einer ACUPARI-Lehrerin, die wir in der Nähe treffen, dass es sich dabei um Pedro Pablo Kuczynski, den Präsidenten von Peru, handelt.

Bücher für peruanische Schulkinder

Mit Pablo (unser Tandempartner beim letzten Besuch) und Tamina, einer ACUPARI-Praktikantin aus Deutschland, machen wir uns am frühen Morgen auf den Weg in den Bezirk Anta, nahe bei Cusco. Drei Schulen wollen wir besuchen. Jede Schule bekommt aus dem Kinderbuchprojekt von ACUPARI je einen Satz bebilderter Legenden, zweisprachig in Quechua und Spanisch.
Während es in der ersten besuchten, einer "Highschool", eher formal zu geht, wird es in den zwei weiteren sehr herzlich und teilweise turbulent. Neben der gesamten Lehrerschaft (1 bis n) begrüßt uns auch der "Ortsvorsteher" bzw. der komplette "Gemeinderat". Beides sind Grundschulen (Escuela Primaria), die erste würde man bei uns wohl als Zwergschule bezeichnen: ein Klassenraum mit etwa 10 - 15 Schülern zwischen 5 und 10 Jahren.
Einige Impressionen.
Antreten für die Gäste und zur Buchübergabe

Die Schulrasenmäher

Pablo präsentiert Schülern, Eltern und dem Lehrer die schön gestalteten Bücher ...

... und Carmen Rosa liest daraus vor

Spielen ist etwas, das alle Kinder verstehen

Er trägt das Emblem eines Klubs aus Kolumbien. Meint er



Toben mit Tamina
... und Bälle übergeben
Auch in der zweiten Grundschule werden die Bücher präsentiert ...











Die Schüler mit den neuen Büchern
... und dann gemeinsam getanzt
Erst wird für uns gesungen...

Mittwoch, 3. Mai 2017

Asosiacion PACAI (I)

PACAI steht für  Peruano Alemana del Cáncer Infantil. Dieses Projekt kümmert sich um leukämiekranke Kinder und leistet medizinische Aufbauarbeit, kümmert sich aber auch um das soziale Umfeld der kleinen Patienten - soviel in Kürze zur Vorstellung.
PACAI ist eines der Projekte, für die wir seit unserem letzten Aufenthalt hier Spenden gesammelt haben.
Am Rande sei hier meinem Ärger über das globale Finanzwesen Luft gemacht: für eine Überweisung von 250 Euro wurden 32 Euro Gebühren fällig - und obwohl diese komplett zu unseren Lasten gehen sollten, wurden dem Empfänger nochmals 22 Dollar abgezogen. Abgezockt ist da wohl das passendere Wort! 
Den Rest haben wir daher diesmal auf "Umwegen" überwiesen, das Geld kommt also quasi in bar an und ohne weitere Abzüge dem Projekt zugute.   
Jedenfalls wollen wir mit Flavio die Abteilung im Hospital Lorena besuchen, die von PACAI mitgetragen und unterstützt wird.  Am Vorabend dieses Besucher sitzen wir mit Flavio zusammen, er erläutert uns unter anderem, was mit dem bisher angewiesenen Spendengeld gemacht wurde. Und legt uns eine minutiöse Abrechnung vor! 
Das Eingangsschild an der Kinder-Leukämie-Station im Hospital Lorena in Cusco
Mit dabei: Pelo und Christin, ein deutsches Ärzte-Ehepaar, das hier wesentlich zum Aufbau der Station beigetragen hat und weiterhin sehr aktiv mitarbeitet. Pelo kennen wir aus unserem ersten Urlaub 2013.
(wird fortgesetzt)

Gut zu Fuss

Pachacuteq ist unser Orientierungspunkt: rechts hoch, noch ca. 10 Minuten zu laufen, und wir sind "zu Hause"
Unser Schulweg ist nicht von Pappe. Hatten wir bei unseren letzten Besuchen  ca. zehn Minuten Fussmarsch von unserer Wohnung am Mercado Wanchaq bis Acupari zurückzulegen, sind es jetzt über dreißig: zehn bis zum Pachacuteq, danach weitere fast 25 Minuten bis direkt zu Schule, direkt am historischen Zentrum. Und das bis zu 4mal pro Tag! Gerade am Anfang, als wir noch nicht so an die Höhe gewöhnt sind, kommen wir ziemlich ins Schnaufen. Natürlich könnten wir auch ein Taxi nehmen oder einen der "Collectivos", die hier üblichen Kleinbusse. Aber das lässt unser Ehrgeiz nicht zu - außerdem wärmt Laufen ungemein. 
Und die Busse sind morgens ziemlich vollgestopft und für die insgesamt etwas kleineren Peruaner viel besser geeignet ...
Also machen wir uns morgens, meist zusammen mit unserer Mitbewohnerin Janna, auf den Weg. Und mittags wieder zurück. Und manchmal nachmittags wieder hin, oder sonstwo al Centro .... 
Gabriele und Janna beim Vokabeln abhören auf dem Weg zur Schule.
 

Yo tengo un Poncho (II)


Hätte mir das einer vor vier Jahren erzählt... Nachdem Edgar mit seinem Poncho so sehr glücklich ist und ich inzwischen verstanden habe, dass wohl jeder Mensch einen Poncho braucht, marschieren wir wild entschlossen zum Mercado San Pedro, um den Stand zu suchen, bei dem wir vor zwei Jahren für Edgar fündig geworden waren.
Natürlich werden wir, Edgar sei Dank, wiedererkannt. Die beiden Standbesitzer freuen sich richtig, dass wir sie wieder aufsuchen.
Und ganz oben haben wir es dann entdeckt, das Objekt meiner Begierde - nicht in Touristenbunt, sondern in verhalten Steingrau. In einer wunderbar groben Qualität. Der Verkäufer erklärt uns, dieser Poncho sei "antiguo", was nicht heißt, dass er antik ist, sondern nach alter Tradition hergestellt, selbst die Wolle ist handgesponnen. Und er ist völlig wasserdicht. Ein Glücksgriff!
Ich händige ihm den vereinbarten Betrag aus, er grinst breit und gibt mir einen Schein zurück - das sei ein Rabatt für Kunden, die wiederkommen...
Ab sofort jedenfalls ist Schluss mit dem Frösteln auf der heimischen Terrasse!




Montag, 1. Mai 2017

Mucho Frio!

Nein, das ist kein Pseudo-Spanisch - so heißt das wirklich. Wir sind nämlich "zurück" in Cusco. 
Im Landeanflug auf Cusco
Nach den sommerlichen Verhältnissen in und um Paracas (trotz kalendarischem Herbst) und dem zwar diesigen, aber doch warmem Wetter in Lima sind wir nun im Winter angekommen. Nicht nur, dass die nächtlichen Temperaturen sich nahe dem Nullpunkt bewegen - heizen ist hier ein Fremdwort. Was auch nicht so viel bringt, da die Häuser nicht so toll isoliert sind. 4 Decken und eine Wärmflasche helfen über die Nächte.
Wenigstens tagsüber, wenn die Sonne scheint, kann man sich in ihren Strahlen etwas wärmen. In der Höhe und nicht allzuweit vom Äquator hat Cusco hier einen echten Standortvorteil.

La primera vez ...

Beim letzten Peru-Aufenthalt vor zwei Jahren ergab es sich irgendwie nicht. In Deutschland wollte ich nicht. Jetzt sollte es endlich passieren: das erste Mal wollte ich das vielbesungene peruanische Nationalgericht "Ceviche" probieren. Es besteht aus Zutaten, die ich ohnehin gern mag: Fisch, Limettensaft, Chilischoten. Der Gag ist, dass der rohe Fisch mit dem Limettensaft übergossen und gewissermaßen darin "roh gegart" wird. So ganz konnte ich es mir nicht vorstellen.
Edgardo schlägt vor, unseren Ausflug in die Wüste mit einem Besuch in einem Lokal zu krönen, in dem man seiner Meinung nach das beste Ceviche weit und breit serviert bekommt. Das Lokal liegt direkt am Pazifik, an einer kleinen Bucht.
Und Edgar und ich bestellen Ceviche. Was uns serviert wird, übertrifft meine Erwartungen: die Komposition aus dem zarten Fisch in seiner sauer-scharfen Marinade sorgt für Geschmacksexplosionen und Glückshormone. Ich behaupte, selten etwas so Köstliches gegessen zu haben. Suchtpotential: sehr hoch!
P.S.: die 2 1/2 Tage in Paracas haben unseren diesjährigen Fischkonsum dramatisch in die Höhe getrieben!
Am Ende dieser "Lagunilla" in der Reserva Nacional de Paracas liegt das Fischerdorf mit dem Restaurant "El Che"